Vergesslichkeit der anderen Art

Mai 17, 2008 by Gaby

Dem hab ich schon so oft geholfen … All die Jahre hab ich sie so nett behandelt … Was hab ich für die nicht schon alles getan … Wer kennt diese Sätze nicht? Hat sie schon gehört oder selbst gesagt? Ich denke, keiner von uns kann sich davon ausschließen.

Aber Nächstenliebe ist keine Strichliste sondern ein Lebensstil. Anderen Gutes zu tun bzw. tun zu wollen, sollte im Idealfall unbewusst ablaufen, sonst kommt es früher oder später zur Enttäuschung, schlimmstenfalls zur Verbitterung. Aber dafür muss die Motivation stimmen.

Bevor ich vor fünfeinhalb Jahren soulfood4u.de ins Leben gerufen habe, hab ich mich hingesetzt und nachgedacht. Mir war es wichtig, meine Motivation zu ergründen. Ich hatte einige mit Begeisterung ihre Websites starten sehen, doch irgendwann stellte sich der Frust ein: viel Arbeit, wenig Feedback, keine unmittelbar sichtbaren Erfolge. Ich wusste, ich würde dem gleichen Muster folgen, wenn mein Fokus auf Menschen lag. Machen wir uns nichts vor, auch in der Christenheit leben wir in einer Konsumgesellschaft. Erst als ich mir sicher war, aus der richtigen Haltung heraus zu handeln, ging ich das Projekt an. Zurückblickend kann ich sagen, dass sich daraus Dinge und Kontakte entwickelt haben, die anders nicht zustande gekommen wären, die heute aber sehr wichtig sind für das, was Gott in meinem Leben tut bzw. zu tun beabsichtigt.

Jesus begegnete einer Frage, die eindeutig auf Quantität abzielte, “Wie oft soll ich meinem Bruder vergeben …?”, mit einer Antwort, die jegliche Frage nach Zahlen ad absurdum führte: Siebzig mal sieben. Wer kann schon 490 (!) Mal vergeben, wenn er geistig eine Strichliste führt? Hier steht deutlich Qualität gegen Quantität. Wir leben Vergebung, wir leben Nächstenliebe, wenn es unsere Natur – Christi Natur – ist. Alles andere brennt uns aus. Keine Sorge, unterm Strich stimmt die “Rechnung” trotzdem.

Ein Beispiel: Vor geraumer Zeit stolperte ich über die Website einer israelischen Übersetzerin, die ihre Dienste für Auswanderer etc. auch in Deutschland anbot. Die deutsche Version ihrer Site war aber voller Fehler. Klar, ich hätte sagen können, haha, schon wieder eine weniger im Wettbewerb, aber mir tat es einfach leid, weil es nun mal ihre Visitenkarte war. Also lektorierte bzw. korrigierte ich ihren Text, schickte ihn ihr mit ein paar taktvollen, netten Worten per E-Mail zu – und damit war die Sache für mich erledigt. Was sie daraus machte, war ihre Sache. Kurz darauf kam eine Antwort, worin sie sich überschwänglich bedankte. Sie fragte mich, ob ich ihr auch noch die restlichen Texte bearbeiten könnte. Da sie gerade erst neu ins Geschäft gestartet war, dachte ich, komm, wir sollen ja das Volk Gottes segnen, also hab ich die Arbeit für einen echten Hungerlohn ausgeführt. Aus diesen Anfängen hat sich ein netter loser Austausch per E-Mail und Telefon ergeben. Dann, fast ein Jahr später, rief sie mich an und fragte, ob ich das Lektorat für ein Kinderbuch, das sie übersetzt hatte, übernehmen würde. Das Erste aus einer Serie! Sie würde sich einfach freuen, auch mal etwas für mich tun zu können. Hätte ich damals nicht ein Herz für diese unbekannte Frau gehabt, wäre das nie zustande gekommen. Gott hat meine Saat, von der ich nicht wusste, dass es eine Saat war, um ein Vielfaches gesegnet.

Und diese Art von Erlebnis habe ich in den letzten fünf Jahren, also seit es für mich bewusst zum Lebensstil geworden ist, immer wieder gehabt. Nicht immer hat die Ernte dort stattgefunden, wo ich gesät hatte. Manchmal habe ich auch ein “fremdes Feld” abgeerntet, sozusagen – dafür hat aber jemand anderes unmittelbar von meiner Saat profitiert. Aber auch das ist ein Prinzip Gottes, bei ihm geht nichts verloren.

Also werfen wir doch einfach alle gedanklichen Strichlisten weg und fangen an, Liebe wirklich zu leben: Säen und vergessen.

Geistlicher Numerus Clausus?

Mai 13, 2008 by Alfred

Momentan bereue ich, meine Englische Sprache über die Jahre hinweg nicht besser gepflegt zu haben.

Lakeland, Florida – Todd Bentley

God-TV via Satelliten-Fernsehen, abends ab 22.00 Uhr oder als Webstream auf god.tv.

Seit mehr als 40 Tagen geht hier der Punk ab. Was mit einem Heilungsgottesdienst in Lakeland begann, ist zu einer weltweiten Ausgießung geworden, eine Verdeutlichung und Bekräftigung durch den HERR, dass Jesus diese Welt nie verlassen hat …

Es passiert etwas, was nicht sein darf. Denn Todd Bentley ist ein Nobody. Er kam aus dem Nichts, resp. aus dem Gefängnis. Mit seinen Tätowierungen auf dem Körper gleicht er eher einem New Yorker U-Bahn-Waggon im Graffiti-Schmuck als einem seriösen Propheten, Evangelisten oder Apostel.

Stimmen aus etablierten geistlichen Kreisen, renommierte Geistliche unterschiedlicher christlicher Denominationen werden in den letzten Tagen mit offen ausgesprochenen Zweifeln an seiner Person und seiner geistlichen Persönlichkeit laut. „In der Endzeit werden viele falsche Propheten kommen und ihr Auftreten wird von Zeichen und Wundern begleitet sein“ – das sind momentan die begleitenden, seriösen Kommentare zu Todd Bentleys Wirken.

Ohne Bibelschule, ohne Gemeindezugehörigkeit im Hintergrund, als geistlicher „Autodidakt“ – wie kann sich Todd Bentley, wenn ihm somit die übliche geistliche Basis fehlt, so in den Vordergrund drängen, bar jeglicher durch Menschen vollzogener geistlichen Ausbildung?

Menschen werden nicht nur reihenweise, geradezu wie am Fließband, während des Gottesdienstes geheilt oder wenn ihnen Todd Bentley direkt die Hand auflegt. Während der Veranstaltung betet er mit der anwesenden, vielköpfigen Besucherschar für eine vor 30 Minuten durch Herzschlag verstorbenen Frau mit deren Angehörigen im Krankenhaus übers Handy; sie kam zurück ins Leben. Ebenso ein Säugling, vor einem Tag tot geboren, für dessen Rückkehr ins Leben einer der Besucher gebetet hatte und der nun lebt. Während Todd Bentley betet, fordert er Kranke in aller Welt auf, zu Hause vor dem Fernseher mit zu beten, die Hand auf den Fernseher zu legen.

Seit einigen Jahren spüre ich ein deutliches Nachlassen meiner Gehörleistung auf beiden Ohren. Manchmal zwar praktisch – „…. Hallo Schatz, kannst Du mir mal helfen….“, aber nachdem mir immer öfter auch das entging, was ich nicht überhören durfte, habe ich mich vergangenen Herbst einem Hörtest unterzogen. Die medizinische Auswertung des Ergebnisses sagte, dass meine Gehörleistung auf der Schwelle zum Hörgerät stünde. Vielleicht stammt der Gehörschaden aus der Zeit als Hobby-Musiker in meiner Jugend, es könnten aber auch die Millionen von Kilometern mit den Schwingungsfrequenzen im Fahrzeuginnenraum mein Gehör geschädigt haben. Am Freitag, kurz vor Mitternacht, saß ich auf der Couch und betete. Ich bin nicht alt, aber in dem Alter, in dem sich alte Unfallverletzungen wie einst gebrochene Wirbel mit der Folge von Dauerkopfschmerz und Motorikstörungen und Dauerschmerz in Armen und Händen bemerkbar machen. Und meine Gleitsichtbrille würde ich gerne gegen einen neuen Meniskus und einen neuen Zahn eintauschen. So saß ich da also vor dem Fernseher und betete, als ich in meinen Ohren ein helles Pfeifen hörte, gleich darauf ein Knacken und dann schlagartig den Ton aus den Lautsprechern klar und deutlich vernahm, nicht mehr so dumpf wie seit Jahren. Das ganze hatte nicht mal zwei Sekunden gedauert. Hatte ich mich getäuscht? Jedenfalls sagte ich meiner Frau erstmal nichts davon. Aber gestern Abend, also drei Tage später, sprach sie mich darauf an, weil ihr aufgefallen war, dass mir seit ein paar Tagen die von ihr gefühlsmäßig für mich eingestellte Lautstärke zu hoch ist.

Ist Todd Bentley ein falscher Prophet, ein falscher Apostel? Schon einmal bezeichnete sich jemand als Apostel, obwohl auch er des Öfteren ein Knastbruder war. Wer aber zweifelt heute an der wahren Identität dieses Knastbruders, an Paulus? Oder an Petrus, der offensichtlich die Gesetze der Physik über Volumenverdrängung und Auftrieb bewusst missachtete und weil er, würde man diese Kritiken an Todd Bentley eins zu eins übertragen, noch nicht ausreichend Lehre empfangen hatte und deshalb nasse Füße bekam.

Mir ist Todd Bentleys Wirken und wie der Antrieb durch den HERRN in ihm offensichtlich ist, einleuchtender, wie der einiger etablierter Propheten mit all ihren, in langen Jahren immer wieder neu oder aufs neue hervorgebrachten Prophetien, die nie eintrafen oder schlicht versickerten, ihren vielfältigen, für Geld zu erwerbenden Auslegungen und Philosophien als neue Neuauflagen der Lehren über das WORT, ihren Glaspalästen „zu Ehren des Herrn“, in denen Sonntag für Sonntag kein knurrender Magen gefüllt wird, aber die Kollekte, ihre Selbstpräsentationen mittels Ämtern in Organisationen und mittels öffentlicher Auftritte bis hinein in Ökumenebewegungen, in Einigkeit mit Vertretern Buddhas, Allahs und des Papstes.

Was löst die Kritiken der Kritiker Todd Bentleys aus – Futterneid? Hierarchie-Gehabe? Unglaube?

Zu weit weg, um wichtig zu sein?

Mai 9, 2008 by Alfred

Pressemeldung (ddp-nrw) vom 08.05.2008, auch die ARD-Tagesschau berichtete:

Sebastian Wirtz, Mitgesellschafter und Geschäftsführer des deutschen Pharmaunternehmens Grünenthal GmbH, Aachen, wird der Conterganstiftung für behinderte Menschen weitere 50 Mio. Euro zur Verfügung stellen.

Contergan wurde als rezeptfrei erhältliches Beruhigungsmittel, vorzugsweise für Schwangere, von 1957 bis 1961 verkauft. Man rechnete mit schätzungsweise ursprünglich 5.000 Contergan-„Fällen“ insgesamt, in Deutschland leben derzeit noch ca. 2.800 Contergan-Opfer, die weiter aus dem Fond der Conterganstiftung unterstützt werden.

Das klingt nach Einsicht, Verantwortung und moralischem Pflichtgefühl.

Vor dem Landgericht Aachen wurde Ende 1970 ein Verfahren gegen die Verantwortlichen der Grünenthal GmbH wegen mangelnden öffentlichen Interesses und wegen geringfügiger Schuld des Unternehmens eingestellt.

Bisher zahlte Grünenthal GmbH, resp. deren Conterganstiftung, lt. Pressemitteilung an Contergan-Geschädigte rund 50 Mio. Euro.

Contergan wird auch heute noch verkauft. Behandelt werden Lepra und MDS. Derzeit steht Contergan außerdem aktuell positiv in Debatten, da es bei verschiedenen Arten von Krebs ein wirksames Arzneimittel zu sein scheint. Somit wäre, bei personenspezifisch richtiger Anwendung des Mittels, nichts (mehr) gegen die Verabreichung von Contergan einzuwenden. Wäre da nicht der südamerikanische Markt. Eine TV-Sendung berichtete vor ca. zwei Monaten, was Contergan dort heute anrichtet.

In Südamerika, in Landstrichen voller Armut und mit sehr niedrigem Bildungsniveau der (Land-)Bevölkerung, wird Contergan weiterhin als Schlaf- und Beruhigungsmittel verkauft. Was unternimmt Grünenthal GmbH dagegen, dass Contergan dort besonders gerne von Analphabetinnen eingenommen wird? Auf dem Beipackzettel ist, ähnlich einem Verkehrs-Verbotsschild, ein rundes Warnsymbol mit einer schwangere Frau, die von einem roten Balken durchgestrichen ist, abgebildet.

Wer lesen kann, so er kann, wird schnell draufkommen – nicht in der Schwangerschaft einnehmen, Contergan führt zu Missbildungen.

Da südamerikanische Analphabetinnen jedoch nicht lesen können, nehmen sie das Mittel aufgrund falscher Interpretation des Warnhinweises als Verhütungsmittel ein!

Der deutschen Politik, der dieser Umstand nicht unbekannt ist, scheinen die Betroffenen in Südamerika trotz des deutschen Produktionsstandortes von Contergan zu weit entfernt zu sein, um die Notwendigkeit einer Intervention gegen Grünenthal GmbH zu sehen. Und Grünenthal, glaubt man TV-Journalisten, unternimmt ebenfalls nichts.

Was also ist der Pressebericht von gestern Wert? Zur Schaustellung von Moral und frei kaufen von ertragsorientierter Geschäftsmoral als politische und gesellschaftliche Beruhigungstablette?

Beten? Ja – auch, aber als Christ auch Verantwortung übernehmen und Mißstände anprangern, auch reden, z.B. durch Blog-Beiträge.

Mit Blut besiegelt, in „Zement gegossen“

Mai 8, 2008 by Gaby

In der Bibel steht, “vergiss nicht, was der Herr dir Gutes getan hat”. Und das ist auch richtig und gut so. Ein dankbares Herz ist sehr wichtig, denn es verändert unser ganzes Wesen.

Wenn man zurückblickt auf Situationen und Zeiten im Leben, in denen Gott eingegriffen, gerettet und erhalten hat, kommen zwangsläufig Erinnerungen an Dinge auf, die manch einer lieber vergessen würde. Und so kommt es, dass jemand, der eigentlich Gott danken wollte für vergangene Wohltaten, plötzlich von der Schuld oder Scham der Vergangenheit erneut bedrückt wird.

Aber das muss nicht so sein. Für unseren Vater im Himmel ist unser Saldo ausgeglichen – ein für alle Mal. Was er vergibt, ist vergeben, er holt es nicht jedes Mal wieder aus irgendeinem Eck hervor. Wenn er uns betrachtet, sieht er nicht einen Verurteilten, der auf Bewährung entlassen wurde, sondern jemanden, der völlig freigesprochen ist, weil jemand anderes die Schuld – Jesus – auf sich genommen hat. Wir sind, als wären wir nie angeklagt gewesen.

Wenn uns die Vergangenheit bedrückt, dann nicht, weil ER uns nicht vergeben hätte, sondern weil wir uns nicht vergeben. Ich glaube, dass es Gott wehtut, zu sehen, wie er uns durch seinen Sohn völlig frei gemacht hat und wir trotzdem innerhalb unserer unsichtbaren Gefängnismauern bleiben.

Diese Wahrheit der völligen Löschung unseres Sündenregisters ist etwas, das ganz tief in unser Herz verwurzelt werden muss, denn genau das ist der Hauptangriffspunkt des Widersachers. Das darf nichts bleiben, was wir nur mit dem Verstand verarbeiten. Es ist etwas, das uns vom Geist Gottes offenbart werden muss. Kein Prediger, kein Mitchrist, nicht ein einziger Mensch kann uns diese Wahrheit zur Gewissheit machen – das kann allein der Heilige Geist und nur auf direktem Wege ohne Umweg über Dritte.

Wenn du diese Gewissheit noch nicht hast – nicht nur ab und zu, wenn du gut drauf bist, sondern immer – dann bitte ganz einfach darum, dass dir diese Wahrheit so richtig tief in dein Herz “einzementiert” wird.

Kolosser 1,21-23a: Ihr wart weit von Gott entfernt, ihr wart seine Feinde; und eure Gesinnung zeigte sich in eurem bösen Tun. Doch nun hat er euch durch den Tod seines sterblichen Leibes zu seinen Freunden gemacht; er hat euch versöhnt, um euch heilig, rein und makellos vor sich treten zu lassen. Ihr müsst allerdings an dieser Wahrheit festhalten und euren Glauben bewahren. Ihr dürft euch auch nicht von der Hoffnung abbringen lassen, die euch mit dem Hören des Evangelium geschenkt wurde.

Was ist deine Triebfeder?

Mai 6, 2008 by Gaby

Jeder, ganz gleich, ob an Gott glaubend oder nicht, kann nachvollziehen, weshalb man Menschen, die hungern, durch eine Katastrophe alles verloren haben, Opfer eines Verbrechens wurden usw., helfen und sich um ihr Wohlergehen kümmern muss. Charity-Events, Nachbarschaftshilfe, spontane Hilfsbereitschaft unter Fremden – all das ist nicht daran festgemacht, ob wir Gläubige oder überzeugte Atheisten sind.

Wo ist also der Unterschied, wenn es um Mitgefühl und Verantwortung geht?

Der Unterschied ist, dass die säkulare Welt sich um alles kümmert, was von der Wiege bis zur Bahre stattfindet – darüber hinaus gibt’s nichts. Allein Liebe und Mitgefühl, die aus einer persönlichen Erfahrung mit dem lebendigen Gott geboren sind, motivieren uns dazu, uns zusätzlich um das Schicksal von Menschen vor und nach ihrem Aufenthalt auf dieser Erde zu kümmern. Warum sonst sollte jemand viel Zeit und Mühe investieren, um Menschen das Evangelium Jesu Christi zu bringen? Aus Langeweile? Weil sich damit Geld verdienen lässt? Weil es die eigenen Überzeugungen bestätigt und das Wir-Gefühl stärkt?

Ja, sicher, manche verdienen sich eine goldene Nase mit dem „big business of religion“. Und ja, so manch einer will anderen Menschen nur seine eigenen Ansichten aufdrücken. Und der eine oder andere muss sich auch aufgrund seiner eigenen Unsicherheit bestätigt und gerechtfertigt sehen. Aber von denen rede ich nicht. Ich denke an all diejenigen, die sich unermüdlich und unentgeltlich dafür einsetzen, dass das Wort Gottes verbreitet wird. Die, denen es im Herzen wehtut zu sehen, wenn Menschen sterben, ohne Jesus je kennengelernt zu haben. Ich denke an die, die es nicht fertigbringen, sich inmitten einer sterbenden Welt in ihr gemütliches kleines überschaubares Leben zurückzuziehen.

Warum würde ein Mensch die eigene Bequemlichkeit, Freizeit, gesellschaftliches Ansehen und was weiß ich noch alles opfern, um Menschen etwas zu geben, um das sie nicht gebeten haben, das sie teilweise sogar unter Spott ablehnen? Was sollte es uns kümmern, wohin jemand geht, wenn er diese Erde verlässt? Die größten Kämpfer für Menschenrechte fühlen sich nicht zuständig für die, die nicht mehr in dem „Aggregatzustand“ sind, in dem ihnen Menschenrechte zustehen. Warum also?

Jesus hat diese Frage in Joh. 14,10 beantwortet: Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, rede ich nicht von mir selbst, sondern der Vater, der in mir wohnt, tut die Werke.

DAS ist der einzige Grund. Gottes Liebe, die in und durch uns wirkt.

Die beste Form des Investments

Mai 5, 2008 by Gaby

Ich hab mir schon öfter überlegt, was macht eigentlich einen guten Mentor aus? Mir ist diese Frage wichtig, weil ich mich verantwortlich fühle für das, was ich in das Leben anderer Leute hinein spreche. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie inspirierend, aber auch wie bedrückend die Dinge, die andere uns mit auf den Weg geben, sein können.

Kürzlich habe ich zu diesem Thema einen Satz gelesen, der es wunderbar passend ausdrückt: Unser Leben ist dann fruchtbar, wenn die, die wir begleiten bzw. fördern, über uns hinauswachsen. Mir hat das gleich eingeleuchtet, weil es zum Multiplikationsprinzip Gottes passt. Stellt euch mal vor, ein Bauer setzt tausend Kartoffeln und zur Erntezeit erntet er – tausend Kartoffeln.

Ich habe dann so zurückgedacht, wer schon alles in meinem Leben ein Mentor war. Menschen, die mich allein durch ihr Beispiel angespornt haben, aber auch solche, die wirklich Zeit und Mühe in mich investiert haben … Jeder hinterlässt irgendwo Spuren, manchmal bewusst, manchmal auch unbewusst. Natürlich gibt es auch Menschen, die versuchen, andere “klein” zu halten oder zumindest innerhalb des ihnen Bekannten und Verständlichen, aber Gott ist treu und sorgt dafür, dass seine Kinder keinen dauerhaften Schaden nehmen, wenn wir ihm vertrauen.

Jeder Mensch hat so seine eigenen Erfahrungen und Erlebnisse auf diesem Gebiet. Aber selbst wenn alles ganz furchtbar schief gelaufen ist im Leben, zumindest einen Menschen, der gute Spuren hinterlassen hat, hat jeder in seiner Biografie.

Wo immer wir auch persönlich stehen mögen, mit Gottes Hilfe können wir zu Menschen werden, die in andere Menschen Gutes hineinsäen. Bitte ihn einfach darum, auch dir selbst tust du damit etwas Gutes.

Schweden-Import

Mai 3, 2008 by Gaby

Ich weiß, dass es manchen Christen schwer fällt, prophetische Worte von Gott (Rhema-Worte) für authentisch zu halten, wenn der, der sie weitergibt, dies nicht in “Bibeldeutsch” tut. Ich nehme das niemandem übel, weil es gerade für Ältere vielleicht seltsam ist, sich vorzustellen, dass Gott die Sprache unserer Zeit benutzen könnte um sich uns mitzuteilen.

Aber heute Morgen habe ich auf God TV dazu etwas Interessantes gehört. Ein Mann, der im prophetischen Dienst wirkt, gab ein Zeugnis. (Ich hab leider seinen Namen vergessen, aber er konnte äußerst unterhaltsam erzählen.) Ausgangssituation war, dass während eines Gottesdienstes ein Pastoren-Ehepaar gesegnet werden sollte. Dazu wurden einige Leute, unter anderem auch er, aufgefordert, sich im Kreis um dieses Paar zu stellen und für sie zu beten, ihnen ein prophetisches Wort zu geben usw.

Und das erzählte er:

“Ich stand da also und bat den Herrn, er möge mir ein Wort für dieses Ehepaar geben, aber anstatt eines prophetischen Worts hörte ich plötzlich nur einen ABBA-Song – Dancing Queen. Ich dachte, das darf doch nicht wahr sein, gleich bin ich an der Reihe und alles, was ich höre ist dieses Lied!? Ich betete weiter, doch alles was geschah war, dass dieses Lied immer lauter wurde. Ich betete weiter, band die Mächte und schickte sie nach Schweden (Gelächter im Saal). Nichts – nur immer weiter “Dancing Queen”. Inzwischen war mein Nebenmann, ein bekannter Prophet, an der Reihe. Er hob gerade an zu sprechen: ‚Ich habe ein Wort für euch aus Hesekiel …’ Na toll, dachte ich, und ich höre nur eine Popgruppe aus Schweden in meinem Kopf. Also tat ich, was ich immer in Situationen tue, in denen nichts mehr geht. Ich dankte dem Herrn, dass er wiederkommen würde. Ich sagte, Herr, du wirst auf jeden Fall wiederkommen, also bitte, mir zuliebe, komm jetzt und mach dem ganzen hier ein Ende und erspare mir diese Schmach. Nachdem wir aber alle noch hier sind, ist das offensichtlich nicht geschehen. Jedenfalls war ich nun an der Reihe – das Ehepaar blickte mich an, die anderen in der Gruppe blickten mich an, die Gemeinde blickte mich an. Ich blickte die Frau des Pastors an und sagte … ich denke, der Herr möchte heute mit den Worten von ABBA zu dir sprechen: You can dance, you can jive, you can have the time of your life… (Übersetzung des Liedtextes: Du kannst tanzen, du kannst swingen, du kannst dich großartig vergnügen …) Dann verstummte ich und dachte, okay, jetzt kannst du anfangen im Boden zu versinken.

Einen Moment sahen mich beide erstaunt an, dann fing die Frau schallend an zu lachen und einen kurzen Moment später auch ihr Mann. Sie konnten gar nicht mehr aufhören und ich dachte, ja, danke, ich hoffe, ich bin irgendwann, wenn ihr etwas vergeigt, dabei und kann herzlich über euch lachen. Doch dann sagte die Frau zu mir, ‚nicht wahr, du weißt gar nicht, warum wir so lachen?’ Und dann erzählte sie mir Folgendes: Sie hatte zwei Wochen zuvor in ihrer Gemeinde eine Tanzgruppe gegründet, um das Lobpreis-Team mit Tanz zu unterstützen. Doch es hatten sie starke Zweifel befallen und nur wenige Stunden zuvor hatte sie zu ihrem Mann gesagt, ‚ich weiß nicht, was ich mir dabei gedacht habe, ich kann nicht tanzen, ich kann so etwas nicht leiten und deshalb habe ich beschlossen, dass ich das Ganze auflösen werde, sobald wir wieder zuhause sind.’”

Mal ehrlich, wer hätte, wie dieser Mann, den Mut gehabt, bei einer solchen Gelegenheit so etwas tatsächlich zu sagen und womöglich einen absoluten Trottel aus sich zu machen? Aber er hat es getan und es war auch exakt das, was Gott seinem geliebten Kind mitteilen wollte. Nicht mit gutem altem Luther-Deutsch, sondern … mit ABBA!